Knochen- und Gelenkchirurgie

Operative Eingriffe an Knochen und Gelenken sind sehr vielfältig. Knochenbrüche und Gelenkverletzungen sind häufig die Ursache von Fensterstürzen, Verkehrsunfällen und anderen Traumata. In der Operation wird versucht, mit Hilfe von Nägeln, Verplattungen, externen Fixateuren oder einer Kombination der genannten Methoden, eine Rekonstruktion der Knochen und/oder Gelenke wieder herzustellen. Die Implantate verbleiben etwa drei bis neun Monate im Tier und müssen dann entfernt werden.

  Die Unterschenkelfraktur des Meerschweinchens wurde mit
einem Fixateur externe versorgt.
     
  Der Unterschenkel dieser Katze musste nach einem Bruch mit einem Marknagel und einem externen Fixateur stabilisiert werden.
     
 

Diese Oberschenkelfraktur eines Riesenschnauzers wurde mit einer Plattenosteosynthese und Cerclagen versorgt

Fehlentwicklungen im Wachstum, z. B. bei unterschiedlichem Längenwachstum von Elle und Speiche (Short-Ulna-Syndrom oder Short-Radius-Syndrom), in dessen Folge eine Verkürzung der Vordergliedmaße, eine Stufenbildung im Ellenbogengelenk und Lahmheit auftritt, können eine operative Korrektur notwendig machen.

Andere Fehlentwicklungen an der Vordergliedmaße, welche teilweise auch als Folge der oben genannten Erkrankungen entstehen, sind der Isolierte Prozessus Anconeus (IPA), der Fragmentierte Processus coronoideus (FPC) medialis ulnae und die Osteochondrosis dissecans (OCD).

Bei dem IPA  wird infolge der oben erwähnten Stufenbildung im Ellenbogengelenk Druck auf die Wachstumsfuge des Processus anconeus ausgeübt und eine feste Verbindung zur Diaphyse der Elle verhindert. Normalerweise ist diese Wachstumsfuge mit der 16. bis 20. Lebenswoche vollständig geschlossen. Die Diagnose wird anhand von Röntgenaufnahmen gesichert. Die Therapie erfolgt operativ. Wir beraten Sie gern zu den verschiedenen, auch altersabhängigen Methoden.

Bei dem FPC löst sich infolge des Short-Radius-Syndroms und/oder  einer vom Kreisbogen abweichenden Deformation des Ellenbogengelenks durch Druckbelastung der medial (innen) liegende Processus coronoideus von der Diaphyse der Elle. Es kommt zu Entzündungen mit vermehrter Gelenkfüllung und Lahmheit. Der FPC muss operativ entfernt werden.

Die OCD entsteht als Folge einer Durchblutungsstörung des Knochens unterhalb des Gelenkknorpels. Die Ernährung der tiefen Knorpelschichten ist allein über die Diffusion von Bestandteilen der Synovia (Gelenkschmiere) nicht ausreichend. Das betroffene Knorpelstück degeneriert, stirbt ab und wird aus dem Gewebeverband herausgelöst. Das frei im Gelenk bewegliche Dissekat nennt man Gelenkmaus. Die Gelenkmaus muss durch eine Operation entfernt werden.

   

Des Weiteren sind Operationen bei Verletzungen der Bänder, z. B. Kreuzbandriss oder Meniskusverletzungen notwendig. Hier kommen je nach Größe des Tieres und Ausmaß der Verletzung verschiedene Techniken zum Einsatz.

Eine Patellaluxation ist oft angeboren. Dabei springt die Kniescheibe aus der Rollfurche und führt unbehandelt zur Arthrose. Eine Patellaluxation verursacht außerdem eine Instabilität im Kniegelenk so dass die Kreuzbänder infolge einer Überbelastung reißen können. Bei einem Kreuzbandriss gibt es verschiedene Operationsmethoden. Gern beraten wir Sie dazu ausführlich in einem Gespräch.
Für die Zuchthygienische Untersuchung auf Patellaluxationen beim Hund besitzen wir die Zulassung vom bpt (Berufsverband Praktizierender Tierärzte).